2020-04-05
Aufgesattelt - Es wird wild.


Sie atmen intensiver, das heißt, Sie reinigen Ihre Lunge gut. Und das ist in

in punkto Virusprotektion optimal.
, sagte kürzlich der Pneumologe Michael

Barczok: Das Fahrrad ist gerade jetzt auch aus diesem Grund ein sinvolles

Fortbewegungsmittel.
.



In den Sattel zu steigen heißt tatsächlich; sich und andere zu schützen

- damit hat er Recht.



Außerdem erreicht man mit dem Rad schnell interessante Stellen, die aus der

Vogelperspektive spannend sein können. Bei einer vergangenen Radtour mit

meiner Freundin hatten wir auch tatsächlich die Drohne dabei. Zugegeben,

die entstandenen Aufnahmen waren so nicht geplant, aber der Reihe nach.



Wie kam es überhaupt dazu? Nun, wir waren in einem Auwald zu Fuß unter-

wegs, wo es mit den Rädern nicht weiterging. Das Ziel: eine Lichtung, an der

wir oft Rehe beobachten. Dort die Zweisamkeit und die Natur genießen. Als

ich vor mir ein totes Reh entdeckte, bat ich meine bessere Hälfte umzudrehen.

Den unschönen Anblick wollte ich ihr ersparen. In diesem Augenblick

vernahmen wir ein Geräusch. Rascheln aus dem nahe wachsenden Schilf.



Wildschweinrotte (Sus scrofa) im Schilf


Schnellen Schrittes kehrten wir zu unseren Rädern zurück und brachten

im sicheren Abstand neugierig die Drohne in die Luft. Es galt heraus-

zufinden welches Wildtier das Reh erlegte und sich in unmittelbarer

Nähe aufhielt. Unser fünftes Auge überflog zuerst den Kadaver und

erreichte schließlich den Schilfgürtel. Bekannte Aasfresser suchten darin

Deckung. Eine Rotte aus mindestens sechs Wildschweinen. Die Luftauf-

nahmen hiervon untermalen die Backstory, aber satteln wir gemeinsam

nocheinmal auf - warum Fahrradfahren?



Radfahren stärkt das Herzkreislaufsystem und um gesund zu bleiben,

sollten sich auch Menschen, die unter Diabetes oder Herzkreislauf-

erkrankungen (bspw. Hypertonie) leiden, bewegen. Grundsätzlich wird

dabei die Lungenmuskulatur trainiert und das Immunsystem gestärkt.

Risikopatienten, denen körperliche Betätigung besonders schwer fällt,

sind hingegen E-Bikes zu empfehlen. Sie bieten eine überanstregungsarme

Möglichkeit in Bewegung zu bleiben.



Allerdings ist es um den Erwerb eines E-Bikes beim Fahrradgeschäft

derzeit schlecht bestellt. Zwar ist die Geschäftsöffnung durch die ZEG

(Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft) bestätigt, aber eingeschränkt auf den

Ersatzteileverkauf und die Durchführung von Reparaturen.



Die weiteren Vorteile liegen auf der Hand; der Mindestabstand zu anderen

Personen wird nahezu automatisch eingehalten, öffentliche Verkehrsmittel-

beanspruchung entfällt und der gesunde Menschenverstand sagt einem

bereits, dass Stürzen während der Coronakrisa tabu ist! Erreichbar ist dies

durch Bewegung am äußersten Rand der eigenen Komfortzone.

Kein Krankenhaus der Welt hat gerade Bock auf Radler mit Armbruch.

Unter den gegebenen Umständen ist bei einem vergleichbaren Fall nicht

mal die medizinische Versorgung gewährleistet. Somit gilt insbesondere

für Mountenbiker; keine gefährlichen Trails, keine Jumps und keine Stunts.

Die Rekordjagd sollte ebenfalls aussetzen, denn durch Training im Maximal-

bereich wird das Immunsystem nicht gestärkt. Im Gegenteil.

Vorrübergehend ist es geschwächt und kann bei einem Corona- oder auch

Influenza-Infekt selbst fitte Biker in Lebensgefahr bringen.



In diesem Sinne #STAYSAFE & #FLATTENTHECURVE.



Sichtumgebung mit Rehkadaver