2017-05-06
THE HAUS - Das ist Kunst und kann bald weg.


Mit THE HAUS, einem zum Abriss bestimmten Bankgebäude, weckte die Bundeshauptstadt meine Neugier die Schaufläche aus rund 80 Räumen für Subkultur ebenfalls zu betreten und so überbrückte ich spontan die Autobahnkilometer. Doch als ich in Berlin ankam, musste ich mich erneut in Geduld üben. Gefühlt zierte die Menschentraube die gesamte Nürnbergerstraße. Ich reihte mich ein. 2,5 Stunden vergingen.


Erst dann und nach Versiegelung meines Smartphones, konnte ich die künstlerisch gestalteten Räume zusammen mit den 199 gleichzeitig zugelassenen Besuchern erkunden. Das vorherrschende Fotoverbot untermauert die Vergänglichkeit, denn das Gebäude wird nach dem 31.05. abgerissen.

Da ich diesen Grundgedanken respektvoll mittragen möchte, habe ich mich im Vorfeld nicht als Blogger angekündigt und verpasse somit bewusst die Chance Detailfotos zu schießen. So bleibt mir nur die Erinnerung und euch noch Zeit für einen Ausstellungsbesuch. Zu entdecken gibt es dabei viel, sehr viel. Immerhin wurden alle 5 Etagen mit ihren über 100 Räumen samt Treppenhaus von rund 165 Künstlern mit allerlei Installationen und Graffiti ausgestaltet.

Bereichert wird die Schatztruhe urbaner Kunst unter anderem von meinem Lieblingskünstlerdou Jasmin Siddiqui und Falk Lehmann (HERAKUT) und den für mich bis dahin unbekannten Gamedesignern Julian Dieckert, Bajar Zedensodnom, Hanna Petersen und Helen Blankman (DRINK AND DRAW). Bei der Marke MILBONA von der Firma MBP Milchprodukte GmbH bin ich mir sicher, dass ihr deren Produkte bereits konsumiert habt. OK. Vielleicht nicht oder ungerne deren Joghurt. Klitschko würde sagen, dass er grauenhaft schmeckt und einem Künstler missfiel es vermutlich ebenfalls. So dienten seine Joghurtreste als Näherboden für ein sonderbar muffelndes Mooszimmer.

Nun bin ich nicht geneigt die Kunstwerke weiter zu beschreiben, denn wer mehr erfahren möchte, der muss auch selbst hin! Fühlen. Erleben. (Essen.) Erinnern. Damit sind wir wieder beim Stichwort der vergänglichen Kunst. Obwohl ich eingangs vom Fotoverbot schrieb, besteht vor Ort die Möglichkeit sich einen Bildband zu kaufen oder sofern vergriffen, wenigsten zu bestellen. So wird THE BUCH wohl die einzige Möglichkeit bleiben, die Erinnerung frisch zu halten. Der Joghurt ist es definitiv nicht mehr und kann bald weg.