2016-11-03
Deutsches Fotomuseum - Der Museumsbesuch zwischendurch.


Draußen ist es heiß, ein Sommertag der zweiten Augustwoche, den viele gerne im Schwimmbad verbringen. Andere suchen gerade dann die Ruhe der angenehm kühlen, hohen und lichten Räume des Fotomuseums in Markkleeberg bei Leipzig.


Kunstfernes Publikum vermochte an diesem Tag, trotz des attraktiv niedrigen Eintrittsgeldes, das Museum nicht gewinnen - daran erinnere ich mich genau...




Die Museumsausstellung zeigt die technische, kulturhistorische und künstlerische Entwicklung der Fotografie. Da die deutsche Fotoindustrie die Schwelle der internationalen Spitzenstellung ab 1925 durchbrach und bis 1965 durchgehend den Weltmarktführer repräsentierte, interessiert es wohl jeden ambitionierten Fotografen, mit welchen Kameras sowie fotografischem Zubehör gearbeitet wurde und welche Aufnahmen hierbei entstanden.




Beindruckt haben mich insbesondere die Luftbildaufnahmen aus dem Zeppelin Parseval III, die Leipzig im Jahr 1909 aus einer Flughöhe von bis zu 300 Metern zeigen. Ebenfalls die übermalte Fotografie von Rudolph Arndt, die Geheimkamera in Buchattrappenausführung von 1890 sowie die auf Emaille, Keramik und Glas übertragenen Fotos.




Es sind diese Beispiele, die verdeutlichen, dass die Fotografie in ihren Grund- zügen bis heute unverändert blieb und lediglich das Werkzeug modernisiert wurde.




Zum Zeitpunkt meines Besuches zeigten weiterhin Sonderausstellungen wichtige Positionen der zeitgenössischen Fotografie und herausragende stilbildende deutsche und internationale Fotokünstler aus dem 19. bis 21. Jahrhundert.

Hilfreiche Tipps, wie man nicht fotografieren sollte, offenbarte das Foto Papitz, Himmel, 22. 8. 2010, 9:22 Uhr von Ullrich Wallenburg. Wobei für dieses Foto benötigt man nicht einmal eine Kamera - es reicht ein alter Dachbodencomputer mit Microsoft Windows 3.1 samt dem Grafikprogramm Paint. Die Bildfläche wird auf 1890 Pixel in der Breite und 1270 in der Höhe aufgezogen und mit dem RGB-Farbwert 90-124-168 eingetränkt - Meisterklasse.




Die zweite Sonderausstellung trug den Titel OUR WORLD IS BEAUTIFUL und zeigte die besten Bilder in sechs Kategorien (Architektur, Landschaften, Natur, Menschen, Sport, Verkehr/Infrastruktur) aus dem großen internationalen Fotowettbewerb des Initiators CEWE.

Hierbei inspirierte mich die Lichtmalerei von Murat Ertem aus Deutschland. Im entscheidenden Moment zeigen seine tanzenden Graureiher die Schönheit der Welt im Allgemeinen und der Natur im Besonderen. Den Museumsbesuch kann ich durchweg empfehlen - er inspiriert, schult und lehrt.